Matcha

Reise nach Nagoya, Tag 3: Seto und der Tellerwahnsinn (21.02.2010)

Wieder früh raus ging es diesmal zur Bahnstation Sakaemachi (栄町駅), um mit der Linie Meitetsu Seto (名鉄瀬戸) ohne Umwege zur Station Owari Seto (尾張瀬戸駅) zu kommen. Angekommen ging es direkt zur Touristeninformation, um uns mit Karten zu versorgen. Es folgte auch gleich schon der erste Schock: in einem bestimmten Viertel hatten heute alle Töpferläden zu. Was zum…?

Aber wir konnten schnell aufatmen. Diese Läden waren eher als Bonus anzusehen, man konnte auch so sehr gut einkaufen und gab es direkt neben dem Bahnhof schon sehr gut ausgestattete Töpferläden! Es dauerte nicht lange, bis ich von Seto entzückt war.

IMG_5169

IMG_5168

IMG_5170

IMG_5171

IMG_5178

Es gab haufenweise Teller zu kaufen. Schöne Teller. Großartige Teller! Das hat sich nachher sehr stark in meiner Einkaufstüte niedergeschlagen.

IMG_5179

IMG_5181

Nicht auszudenken, wie sehr mein Geldbeutel leiden würde, wenn ich dort in der Nähe wohnen würde! Strategisch klug ging es aber zunächst ohne Einkauf weiter, denn wir hatten noch einen weiten Weg vor uns.

IMG_5187

Bevor es allerdings auf den Weg durch das Töpferviertel und zum großen Brennofen ging, gab es eine kleine Exkursion einen Hügel hinauf, wo sich die höchste Töpferei Japans befindet. Ja, höchste.

IMG_5188

Nämlich diese Säule hier:

IMG_5195

Noch eine kleine Exkursion, und zwar ludt der kleine Tempel Hosenji (宝泉寺) zum Besuch ein.

IMG_5205

IMG_5209

IMG_5208

IMG_5216

IMG_5214

IMG_5213

Nun aber auf zum Töpferviertel, wieder durch zahlreiche verwinkelte Gassen…

IMG_5218

IMG_5220

Schlumpfhausen gefunden!

IMG_5226

IMG_5225

IMG_5222

Fast überall wurde man von Katzen angegrinst.

IMG_5230

Und schließlich der Brennofen, der etwas weniger imposant als der von Tokoname war.

IMG_5238

IMG_5240

IMG_5246

IMG_5250

Fast wieder zurück am Bahnhof und bevor der große Einkauf begann, eine kleine Pause zur Stärkung in einer Einkaufsstraße…

IMG_5263

…in der man am Rande überall kleine Figuren finden konnte.

IMG_5265

IMG_5272

Rückblick

Ausgezogen war ich, um Teegeschirr zu kaufen. Zurück kam ich mit lauter Tellern!
(…und einem Kännchen für Hojicha, und zwei Ableger für Stäbchen, und Stövchen. Stövchen! Ich mein, so etwas muss man erstmal finden in Japan, keine leichte Aufgabe – ah, und eine Schale für Matcha.)

IMG_5356

Alle Bilder

Alle Bilder von Seto auf Flickr

Alle Bilder von Setoyaki auf Flickr

Alle Bilder vom Tempel Hosenji auf Flickr

Navigation

Die Zubereitung von Matcha – ein weiteres Video dazu auf Youtube.

Nachdem ich nun etliche Videos zur Zubereitung von Matcha auf Youtube gesehen habe, stand der Entschluss relativ schnell fest, ein eigenes beizusteuern. Warum? Viele Videos zeigen einfach, wie man Matcha nicht zubereiten sollte und teilweise sehr unästhetische Ergebnisse ans Licht bringen. Das sollte sich nicht verbreiten, daher: Wie kann man Matcha zubereiten, ohne Murks dabei zu produzieren? Ein Video von Satori Nihon Productions!

Dazu wurde auch endlich die schon existierende Seite “Matcha Zubereitung” aktualisiert.


Dieses Video auf Youtube anschauen


Januar 7th, 2012|Categories: Alles, Kultur, Neuigkeiten, Tee, Trinken|Tags: , |0 Comments

Matcha sieben ohne große Rückstände im Sieb

Und wieder erreicht Satori Nihon eine neue Stufe! Habe ich bisher eigentlich immer nur unreflektierte Videos von u.a. Tempel, Schreinen und Festivals gemacht, ist dies das erste Video, dass ich selber kommentiere und in dem ich etwas vorführe – und zwar eine Methode, wie man Matcha sieben kann, ohne dass sonderlich viel Matcha dabei verschwendet wird.

Warum kann es sinnvoll sein, Matcha zu sieben? Nun, man muss es nicht, aber es reduziert die Wahrscheinlichkeit enorm, dass sich bei der Zubereitung Klümpchen bilden. Und keiner will Klümpchen im Matcha. NIEMAND!

Artikel auf Satori Nihon: Matcha Zubereitung und Vorbereitung

Dieses Video auf Youtube anschauen.

Über Feedback freue ich mich natürlich!

Dezember 21st, 2011|Categories: Alles, Kultur, Sonstiges, Tee, Trinken|Tags: , |0 Comments

Meine erste Raku-Schale

Ausgezogen war ich, um mir eine neue Matcha-Schale (Chawan 茶碗) zu kaufen. Wirklich, nur eine Chawan! Was ist daraus geworden? Zwei Teetassen, ein kleiner Untersetzer für Teebeutel und was ich gar nicht vorhatte: eine Raku-Chawan (楽焼茶碗 – Was ist denn Raku?). Und das ausgerechnet mal wieder bei meinem Lieblingstöpferladen, Tôtensei Kawasaki.

Diese Schönheit ist es geworden, Kostenpunkt 5000 Yen:

IMG_3762

Zunächst war ich etwas stutzig, da auf Boden der Chawan eine deutliche Einwölbung vorhanden ist. Der Besitzer erklärte, dass bei Matcha immer etwas vom grünen Schaum in der Chawan zurückbleibt. Dieser soll in diese Einwölbung fließen und für danach einen weiteren schönen Anblick bieten. War ich zunächst von dieser Einwölbung eher abgeschreckt, hat mich diese Erklärung regelrecht gezwungen, die Chawan zu kaufen!

IMG_3765

In eigenen Versuchen funktioniert das aber leider nicht sehr gut – aber ich geb mir auch Mühe, dass so gut wie nichts in der Chawan zurückbleibt.

Überrascht hat mich auch der sehr starke Rauchgeruch, der am Anfang in der Chawan zu riechen ist. Nach einem kurzen Blick in die weiten des Internets scheint das ein Charakteristikum von Raku zu sein. Der Geruch verschwindet aber mit der Zeit – sei es bei normalen Gebrauch oder heißes Wasser reinschütten mit ein paar Teeblättern und eine Weile ziehen lassen.

Siegel auf der Unterseite

IMG_3767

Struktur der Oberfläche

IMG_3773

Mit Matcha

IMG_3777

Und aus Spaß noch ein wenig künstlerischer:

IMG_3776-3 IMG_3776-2

IMG_3776-6 IMG_3776-5

Reise in den Norden von Kyoto, Teil 2: Rurikoin in Yase (28.11.)

Rurikoin – Nachdem wir ziemlich viel Zeit im Sanzenin verbracht haben (Teil 1), ging es wieder zurück zum Bus und damit ein ganzes Stück wieder Richtung Kyoto. An der sehr unscheinbaren Bushaltestelle Yase Eki (八瀬駅) machten wir uns auf die Suche nach der zweiten Station des Tages: dem Tempel Rurikoin (瑠璃光院).

Eingang

Eingangsbereich

…und gleich den Beweis erwischt, dass Fische duschen.

Wenn man Rurikoin besucht, wandert man eigentlich nur durch das Gebäude. Was man aber von innen sehen kann, kann wirklich atemberaubend sein – gerade jetzt, zur Momiji-Zeit!

Man wird gleich ein Stockwerk höher gelotst – dort der erste Blick nach draußen.

Und ja, es war gut gefüllt.

Eine Perspektive, die man oft in Bildersammlungen über Rurikoin sieht.

Aber das unumstrittene Highlight sollte dieser Anblick sein.

Etwas anderer Winkel.

Nachdem man sich sattgesehen hat (kaum möglich), ging es wieder eine Etage tiefer. Dort fand man dann zunächst ein traditionelles Yase-Bad, in dem man sich mittels Dampf reinigte.

Wenn man Matcha trinken kann, macht man das natürlich auch.

…bei diesen Anblick.

Es folgten noch zwei Teezimmer, die aber in Sachen Bilder nicht mit den vorherigen Sachen mithalten können. Bei Bedarf kann man sich ja die Bilder unten anschauen. Was ich aber besonders hervorheben möchte ist, dass im Herbst ein Besuch am Rurikoin außer Frage steht. Wer sich nicht das Bein gebrochen hat, muss hingehen! Über andere Jahreszeiten kann ich leider nichts sagen (Weiterer Besuch bei Schneefall ist geplant), aber mit diesem Eindruck hat sich Rurikoin als dritter Tempel mit vollen fünf Sternen in meiner Rangliste verewigt.

Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail sollte man auch beachten: Rurikoin hat nicht das ganze Jahr über offen. Meistens ist Rurikoin zwei Monate im Frühjahr und zwei Monate im Herbst geöffnet. Die Zeiträume, wann genau ein Besuch möglich ist, entnehme man bitte der Rurikoin Webseite.

Google Street View Rurikoin

Größere Kartenansicht

Alle Bilder Rurikoin

Alle Bilder vom Rurikoin auf Flickr

Weiterführende Informationen Rurikoin

Webseite: http://rurikoin.komyoji.com/ (japanisch)

Wikipedia: -

Eintritt: 500 Yen Eintritt, Matcha: 700 Yen

Öffnungszeiten: 10 Uhr – 16:30 Uhr, für jeweils zwei Monate im Frühling und Herbst.

Reise in den Norden von Kyoto, Teil 1: Sanzenin in Ohara (28.11.)

Etwas nördlich von Kyoto gibt es zwei Tempel, die im Herbst sehr bekannt für ihre Herbstfärbung sind. So bekannt, dass der Strom an Touristen gigantisch ist. Selbst unter der Woche ist die Schar an Rentnern erdrückend!

Mit dem Tagesticket des Kyotoer Touristenverbandes ging es mit der Buslinie 17 Richtung  Endstation Ohara (大原), was ungefähr 40 Minuten dauerte. Nach einem kurzen Kampf durch die Souvenirstraße standen wir dann endlich vor dem ersten Tagesziel, dem Sanzenin (三千院). Google Maps Location.

IMG_3318

Innengarten

IMG_3333

IMG_3344

IMG_3346

IMG_3349

IMG_3362

IMG_3369

Im großen Garten stehen zahlreiche kleine Steinfiguren, mit denen Sanzenin auch gerne Werbung macht.

IMG_3385

IMG_3387

IMG_3388

Wobei zwei Figuren ganz weit hinten ein besseres Motiv abgaben.

IMG_3463 #66

IMG_3455

Eine der zahlreichen Möglichkeiten, Geld zu spenden.

IMG_3392

Tausende kleine Buddhastatuen für Verstorbene.

IMG_3412

Hauptziel waren natürlich Momiji-Bilder. Hier ein HDR-Bild.

sanzenin-HDR-2

IMG_3466 #67

Aber der Matcha war auch gut!

IMG_3415

IMG_3418

Herbstblatt und Sugikoke-Moos, perfekte Mischung!

IMG_3424

Reise in den Norden von Kyoto, Teil 2: Rurikoin in Yase (28.11.)

Alle Bilder

Alle Bilder vom Sanzenin auf Flickr

Internationales Chakai in der Urasenke 裏千家の国際茶会 (15.10.2011)

Am 15. Oktober fand in Kyoto das 31. Internationale Chakai (Treffen, um gemeinsam Tee zu trinken) in der Urasenke statt. Zu dieser Gelegenheit servieren die internationalen Studenten des Urasenke Midorikai und ICI (International Chado Institute) den Gästen Tee, dieses Jahr etwa 400 an der Zahl. Als ICI-Student seit Anfang September durfte ich hinter den Kulissen bei der Teezubereitung und diversen kleineren Aufgaben helfen.

Was mich besonders erfreute war aber die Erlaubnis, an diesem Tag Fotos in den Teeräumen zu machen, die auch unsere Unterrichtsräume sind und in denen Fotografieren normalerweise nicht erlaubt ist. So konnte ich endlich jede Menge Fotos machen, worauf ich schon die ganze Zeit aus war.

Zunächst ein paar Zahlen:

  • 3*200g Matcha Dosen (Marukyu Koyama En, Urasenke Shôhaku) zu je 7245 Yen = 21 735 Yen.
  • Wagashi pro Stück etwa 400 Yen, bei 400 Gästen etwa 160 000 Yen.

Allein der Matcha und die Wagashi haben die Urasenke etwa 1800 Euro gekostet. Da die Teilnahme umsonst war, gab es keine Einnahmen.

Das Chakai fing für die Helfer um 8:30 Uhr an und endete um 17 Uhr. Man glaubt kaum, wie sehr uns nach diesen Stunden die Beine vom vielen Seiza schmerzten! Danach noch drei Stunden Kendotraining und meine Wadenverkrampfung lag bei 236% (oder “OVER 9000!”, wer es kennt ;-) ).

Bilder

*Bilder mit Gesichtern aussortiert

Ryûrei Zimmer, Tische noch unsortiert

IMG_2237

Teeutensilien für die Zeremonie

IMG_2252

Blick in den Garten

IMG_2267

Ausgestellte Teeutensilien

IMG_2269

Unverhoffter Tierbesuch

IMG_2315 #53

Wasserhahn

IMG_2322

Zweites Teezimmer

IMG_2371

Alle Bilder

Alle Bilder vom Chakai auf Flickr

Arashiyama Teil 1: Einleitung und Kôgenji (09.10.2011)

Die heutigen Erlebnisse teile ich in drei Artikel, zuviel Bilder gemacht ;-)


Ausflug nach Arashiyama, 09. Oktober 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

Einleitung

Mit der Hankyu-Bahn sind wir morgens von Kawaramachi über Katsura (umsteigen) nach Arashiyama. Man kann Hankyu wirklich lieben, nur 280 Yen für diese doch relativ weite Strecke. Arashiyama ist eine Art Naherholungsgebiet für Kyoto – dementsprechend war es am heutigen Sonntag mit schönen Wetter auch ziemlich voll.

IMG_1658.jpg

Eigentlich war unser erstes Ziel (bzw. das meiner Freundin, von dem ich noch nichts wusste), der Tenryûji Tempel. Da dieser aber regelrecht vollgestopft mit Touristen war und keinen sonderlich spannenden Eindruck auf mich machte, sind wir auf einen kleinen Nebentempel direkt daneben ausgewichen, den Kôgenji. Keine schlechte Entscheidung.

Bevor wir aber dort ankamen, machten wir noch Bekanntschaft mit einer etwas skurrilen Figurenversammlung.

IMG_1669.jpg

Arashiyama, Bambuswälder-15 #41

Arashiyama, Bambuswälder-13 #40

Kogenji 弘源寺

Der Kogenji begrüßt den Besucher mit einem kleinen Garten, bevor man in das Tempelgebäude geht, wo man mehrere Malereien besichtigen und sich den Steingarten (枯山水 karesansui) ansehen kann. Außerdem kann man sich eine Tasse Matcha genehmigen.

Eine Besonderheit des Tempels sind die Katana-Schnittests in den Holzsäulen aus dem Jahre 1864, als sich eine Gruppe von Samurai vorbereitete, den Kaiser im Zuge der Meiji-Restauration in die heutige Präfektur Yamaguchi zu bringen, um den Kaiser vom Shogunat zu trennen.

IMG_1699.jpg

IMG_1719.jpg

IMG_1708.jpg

IMG_1706.jpg


Für 500 Yen (+500 Yen für Matcha) bekommt man damit einen kleinen, aber feinen Tempel zu sehen, sollte man spontan keine Lust auf einen überfüllten Tenryûji haben.

Alle Bilder

Alle Bilder von Arashiyama auf Flickr

Alle Bilder vom Kogenji auf Flickr

Video

http://youtu.be/zOjeeQ-LMrE

Oktober 10th, 2011|Categories: Alles, Arashiyama, In Japan, Japanaufenthalt 2011/12, Kansai, Kultur, Kyoto, Regionen, Tee|Tags: , , , |0 Comments

Matcha Zubereitung und Kyoto Einleitung

Matcha und Klumpen – weder besonders hübsch noch angenehm zu trinken. Um dem vorzubeugen, habe ich eine kleine Erklärung zur Zubereitung erstellt, mit der man Klumpen eher vermeiden kann. Zur Matcha Zubereitung.

Die Einleitung zum Bereich Kyoto wurde nun auch endlich erstellt.

Dezember 18th, 2010|Categories: Alles, Kultur, Kyoto, Neuigkeiten, Tee|Tags: , , |0 Comments

Teehaus Komori 小森 in Gion

Wer ein wenig Zeit hat, sollte das schöne Teehaus Komori (小森) im schönen Gion (祇園) in der schönen Straße Shinbashi (新橋通) besuchen. Neben klassischen Tee (vor allem Matcha) und Süßigkeiten gibt es auch das im Sommer überlebensnotwendige Kakigori (カキ氷) und sonstige Kaltgetränke auf Matcha-Basis.

Das Komori besteht aus mehreren größeren Zimmern, die jeweils ein paar Tische für jeweils vier Personen haben und immer mit Ausblick auf einen japanischen Garten. Auf klassische japanische Art sehr ästhetisch gehalten.

Achtung, wenn man im Sommer hingeht: bevor man in den kleinen Raum für die Schuhe geht, tief Luft holen. Das war kein Spaß.

Japanischkenntnisse sind zu empfehlen.

Webseite Komori

Eingang

Zimmer mit Ausblick auf einen der Gärten

Ich muss zugegeben, kaltes Kakigori und heißer Matcha-Tee sind nicht die beste Mischung – aber der Drang war einfach zu stark.