Matcha

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Töpferei: Ikai in der Gojozaka, Kyoto

Wer nach Keramik in Kyoto sucht, wird vor allem im östlich des Kamogawa-Flusses verlaufenen Teil der Gojo-Straße fündig. Hier findet man die große Keramikmeile von Kyoto, die für die früher (aber auch heute noch) Keramikgattung Kiyomizuyaki1)Kiyomizuyaki: 清水焼 bekannt ist – weiße Keramiken mit blauer Bemalung. Einer der älteren Läden dort ist das Atelier Ikai2)Ikai: いかい壺屋工房 ikai tsuboya kōbō, in dem meist eine ältere Frau nicht nur allgemein Keramik verkauft, sondern speziell auch von ihrem Sohn, der, “wenn er eine gute Matcha Schale gemacht hat, diese auch für 2000 Euro verkaufen kann“. Ok, danach kann man froh sein, dass die meisten Matcha-Schalen im Ikai doch nicht über 100 Euro gehen.

Keramik-Werkstatt und Atelier Ikai – Frontseite

Zahlreiche Kiyomizuyaki-Keramiken. Matcha-Schalen und Besitzerin im Hintergund.

Waren und Besonderheiten

Ikai verkauft natürlich hauptsächlich Teegeschirr, von Teetassen über Matcha-Schalen über Teetassen bis Teekannen. Hier findet man viel hochpreisige Keramik, oft Einzelstücke, die sich in jedem Haushalt sehen lassen können oder auch einfach nur als Souvenir für sich selbst oder andere.

Eine Besonderheit von Ikai ist das Teegeschirr mit den bekannten Tiermotiven namens chōjū jinbutsu giga vom Tempel Kosanji – alle handbemalt. Ab etwa 10 Euro pro Stück (bis zu 300 Euro für ein bestimmtes 5er-Set). Diese Tiermotive verwendet auch der Teeladen Ryu’oen für seine Dosen, Verpackungen etc.

Kiyomizuyaki Oyunomi mit Tiermotiv chōjū jinbutsu giga

Wer zudem nach besonderen Matcha-Schalen trachtet, dürfte hier nicht lange suchen. Ab etwa 60 Euro findet man hier besonders schöne Schalen, ebenso allesamt handbemalt und Einzelstücke.

Matcha-Schale mit japanischer Kiefer – etwa 10000 Yen (~75 Euro)

Matcha-Schale, 8400 Yen (~62 Euro)

Weiterführende Informationen Ikai

Besucht am 06. Juni 2012
Sprache Nur japanisch
Kanji いかい壺屋工房 ikai tsuboya kōbō
Webseite -
Öffnungszeiten -
Ort Google Maps
Sonstiges -

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Juni 7th, 2012|Categories: Handwerk|Tags: , , , |0 Comments

Matcha Mujo Sonderverkauf von Ryuoen im Kaufhaus Takashimaya

Im großen Kaufhaus Takashimaya an der Kreuzung Shijô-Kawaramachi (四条河原町) in der obersten Etage (oder eine darunter?) wird zur Zeit der beste Matcha vom Teeladen Ryuoen verkauft, den sie im Angebot haben. Es handelt sich um den Matcha Mujô (無上), der leicht süßlich schmeckt und in 40g-Dosen für etwa 2100 Yen verkauft wird. Allen interessierten Kunden wird kostenlos eine Schale zum probieren angeboten und der arme Verkäufer war wohl schon ordentlich fertig – die Zubereitung des Matcha war alles andere als leidenschaftlich. Daneben wird noch ein weiterer saisonale Matcha verkauft und ein kleines Sortiment an Sencha und Hojicha.

Der Matcha wird nur für eine begrenzte Zeit angeboten und wird direkt im Teeladen von Ryo’oen selber nicht verkauft. Wenn man die potentielle Kundenmenge im Laden und im Takashimaya vergleicht, kann man erahnen, warum.

März 5th, 2012|Categories: Japanischer Tee|Tags: , , |0 Comments

Reise nach Nagoya, Tag 3: Seto und der Tellerwahnsinn (21.02.2010)

Wieder früh raus ging es diesmal zur Bahnstation Sakaemachi (栄町駅), um mit der Linie Meitetsu Seto (名鉄瀬戸) ohne Umwege zur Station Owari Seto (尾張瀬戸駅) zu kommen. Angekommen ging es direkt zur Touristeninformation, um uns mit Karten zu versorgen. Es folgte auch gleich schon der erste Schock: in einem bestimmten Viertel hatten heute alle Töpferläden zu. Was zum…?

Aber wir konnten schnell aufatmen. Diese Läden waren eher als Bonus anzusehen, man konnte auch so sehr gut einkaufen und gab es direkt neben dem Bahnhof schon sehr gut ausgestattete Töpferläden! Es dauerte nicht lange, bis ich von Seto entzückt war.

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Reise nach Nagoya, Tag 2, Teil 1: Die Töpferstadt Tokoname (20.02.2012)

Die Reise zur Töpferstadt Tokoname!

Am Montag, dem 20. Februar, ging es früh morgens aus dem Bett und nach einem guten Frühstück im Hotel ging es auf Richtung Tokoname im Süden von Nagoya. Von der Bahnstation Sakae (栄) ging es zunächst zur Station Kanayama (金山駅), wo wir in die Meitetsu-Bahnlinie (名鉄線) Richtung Chugokusaikûkô (部国際空港行) eingestiegen sind. Nach etwa 40 Minuten sind wir am Bahnhof Tokoname (常滑駅) angekommen und ab ins Vergnügen!

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Teeladen: Ryuoen in Kyoto

Der Teeladen Ryuoen (柳桜園) befindet sich in Kyoto in einem großen Wohngebiet südlich des Parks Gyoen, in dem auch der ehemalige Kaiserpalast Gosho liegt, in einer Seitenstraße der Teramachi – dazu in erhabener Nachbarschaft zum Teeladen Ippodo und dem Drahtnetzhandwer Tsujiwa Kanaami. Was den Laden interessant macht, ist vor allem seine Inneneinrichtung, die sehr traditionell geprägt ist und dementsprechend eine angenehme Atmosphäre verbreitet.

Und das hier fantastischer Tee verkauft wird, ist nach dieser Einleitung schon fast selbstverständlich.

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Die Zubereitung von Matcha – ein weiteres Video dazu auf Youtube.

Nachdem ich nun etliche Videos zur Zubereitung von Matcha auf Youtube gesehen habe, stand der Entschluss relativ schnell fest, ein eigenes beizusteuern. Warum? Viele Videos zeigen einfach, wie man Matcha nicht zubereiten sollte und teilweise sehr unästhetische Ergebnisse ans Licht bringen. Das sollte sich nicht verbreiten, daher: Wie kann man Matcha zubereiten, ohne Murks dabei zu produzieren? Ein Video von Satori Nihon Productions!

Dazu wurde auch endlich die schon existierende Seite “Matcha Zubereitung” aktualisiert.


Dieses Video auf Youtube anschauen


Januar 7th, 2012|Categories: Japanischer Tee, Neuigkeiten|Tags: , |0 Comments

Matcha sieben ohne große Rückstände im Sieb

Und wieder erreicht Satori Nihon eine neue Stufe! Habe ich bisher eigentlich immer nur unreflektierte Videos von u.a. Tempel, Schreinen und Festivals gemacht, ist dies das erste Video, dass ich selber kommentiere und in dem ich etwas vorführe – und zwar eine Methode, wie man Matcha sieben kann, ohne dass sonderlich viel Matcha dabei verschwendet wird.

Warum kann es sinnvoll sein, Matcha zu sieben? Nun, man muss es nicht, aber es reduziert die Wahrscheinlichkeit enorm, dass sich bei der Zubereitung Klümpchen bilden. Und keiner will Klümpchen im Matcha. NIEMAND!

Artikel auf Satori Nihon: Matcha Zubereitung und Vorbereitung

Dieses Video auf Youtube anschauen.

Über Feedback freue ich mich natürlich!

Dezember 21st, 2011|Categories: Japanischer Tee, Sonstiges|Tags: , |0 Comments

Meine erste Raku-Schale

Ausgezogen war ich, um mir eine neue Matcha-Schale (Chawan 茶碗) zu kaufen. Wirklich, nur eine Chawan! Was ist daraus geworden? Zwei Teetassen, ein kleiner Untersetzer für Teebeutel und was ich gar nicht vorhatte: eine Raku-Chawan (楽焼茶碗 – Was ist denn Raku?). Und das ausgerechnet mal wieder bei meinem Lieblingstöpferladen, Tôtensei Kawasaki.

Diese Schönheit ist es geworden, Kostenpunkt 5000 Yen:

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Zunächst war ich etwas stutzig, da auf Boden der Chawan eine deutliche Einwölbung vorhanden ist. Der Besitzer erklärte, dass bei Matcha immer etwas vom grünen Schaum in der Chawan zurückbleibt. Dieser soll in diese Einwölbung fließen und für danach einen weiteren schönen Anblick bieten. War ich zunächst von dieser Einwölbung eher abgeschreckt, hat mich diese Erklärung regelrecht gezwungen, die Chawan zu kaufen!

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In eigenen Versuchen funktioniert das aber leider nicht sehr gut – aber ich geb mir auch Mühe, dass so gut wie nichts in der Chawan zurückbleibt.

Überrascht hat mich auch der sehr starke Rauchgeruch, der am Anfang in der Chawan zu riechen ist. Nach einem kurzen Blick in die weiten des Internets scheint das ein Charakteristikum von Raku zu sein. Der Geruch verschwindet aber mit der Zeit – sei es bei normalen Gebrauch oder heißes Wasser reinschütten mit ein paar Teeblättern und eine Weile ziehen lassen.

Siegel auf der Unterseite

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Struktur der Oberfläche

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Mit Matcha

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Und aus Spaß noch ein wenig künstlerischer:

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Tempel Rurikoin in Yase: Reise in den Norden von Kyoto, Teil 2

Wenn es um bekannte Orte geht, wo man am besten die Herbstlaubfärbung in Kyoto bewundern kann, dauert es meist nicht lange, bis der Name Rurikoin fällt. Etwas nördlich von Kyoto im Gebiet Yase findet sich am Fuße des Berges Hieizan ein Ort, der den Herbst wie ein Gemälde aussehen lässt.

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Reise in den Norden von Kyoto, Teil 1: Sanzenin in Ohara (28.11.)

Etwas nördlich von Kyoto gibt es zwei Tempel, die im Herbst sehr bekannt für ihre Herbstfärbung sind. So bekannt, dass der Strom an Touristen gigantisch ist. Selbst unter der Woche ist die Schar an Rentnern erdrückend!

Mit dem Tagesticket des Kyotoer Touristenverbandes ging es mit der Buslinie 17 Richtung  Endstation Ohara (大原), was ungefähr 40 Minuten dauerte. Nach einem kurzen Kampf durch die Souvenirstraße standen wir dann endlich vor dem ersten Tagesziel, dem Sanzenin (三千院). Google Maps Location.

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Innengarten

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Im großen Garten stehen zahlreiche kleine Steinfiguren, mit denen Sanzenin auch gerne Werbung macht.

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Wobei zwei Figuren ganz weit hinten ein besseres Motiv abgaben.

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Eine der zahlreichen Möglichkeiten, Geld zu spenden.

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Tausende kleine Buddhastatuen für Verstorbene.

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Hauptziel waren natürlich Momiji-Bilder. Hier ein HDR-Bild.

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Aber der Matcha war auch gut!

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Herbstblatt und Sugikoke-Moos, perfekte Mischung!

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Reise in den Norden von Kyoto, Teil 2: Rurikoin in Yase (28.11.)

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Alle Bilder vom Sanzenin auf Flickr

Dezember 1st, 2011|Categories: Fotografie, Japanischer Tee, Sehenswürdigkeiten, Sonstiges|Tags: , , , , |0 Comments

Internationales Chakai in der Urasenke 裏千家の国際茶会 (15.10.2011)

Am 15. Oktober fand in Kyoto das 31. Internationale Chakai (Treffen, um gemeinsam Tee zu trinken) in der Urasenke statt. Zu dieser Gelegenheit servieren die internationalen Studenten des Urasenke Midorikai und ICI (International Chado Institute) den Gästen Tee, dieses Jahr etwa 400 an der Zahl. Als ICI-Student seit Anfang September durfte ich hinter den Kulissen bei der Teezubereitung und diversen kleineren Aufgaben helfen.

Was mich besonders erfreute war aber die Erlaubnis, an diesem Tag Fotos in den Teeräumen zu machen, die auch unsere Unterrichtsräume sind und in denen Fotografieren normalerweise nicht erlaubt ist. So konnte ich endlich jede Menge Fotos machen, worauf ich schon die ganze Zeit aus war.

Zunächst ein paar Zahlen:

  • 3*200g Matcha Dosen (Marukyu Koyama En, Urasenke Shôhaku) zu je 7245 Yen = 21 735 Yen.
  • Wagashi pro Stück etwa 400 Yen, bei 400 Gästen etwa 160 000 Yen.

Allein der Matcha und die Wagashi haben die Urasenke etwa 1800 Euro gekostet. Da die Teilnahme umsonst war, gab es keine Einnahmen.

Das Chakai fing für die Helfer um 8:30 Uhr an und endete um 17 Uhr. Man glaubt kaum, wie sehr uns nach diesen Stunden die Beine vom vielen Seiza schmerzten! Danach noch drei Stunden Kendotraining und meine Wadenverkrampfung lag bei 236% (oder “OVER 9000!”, wer es kennt ;-) ).

Bilder

*Bilder mit Gesichtern aussortiert

Ryûrei Zimmer, Tische noch unsortiert

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Teeutensilien für die Zeremonie

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Blick in den Garten

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Ausgestellte Teeutensilien

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Unverhoffter Tierbesuch

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Wasserhahn

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Zweites Teezimmer

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Alle Bilder

Alle Bilder vom Chakai auf Flickr

Arashiyama Teil 1: Einleitung und Kôgenji (09.10.2011)

Die heutigen Erlebnisse teile ich in drei Artikel, zuviel Bilder gemacht ;-)


Ausflug nach Arashiyama, 09. Oktober 2011 auf einer größeren Karte anzeigen

Einleitung

Mit der Hankyu-Bahn sind wir morgens von Kawaramachi über Katsura (umsteigen) nach Arashiyama. Man kann Hankyu wirklich lieben, nur 280 Yen für diese doch relativ weite Strecke. Arashiyama ist eine Art Naherholungsgebiet für Kyoto – dementsprechend war es am heutigen Sonntag mit schönen Wetter auch ziemlich voll.

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Eigentlich war unser erstes Ziel (bzw. das meiner Freundin, von dem ich noch nichts wusste), der Tenryûji Tempel. Da dieser aber regelrecht vollgestopft mit Touristen war und keinen sonderlich spannenden Eindruck auf mich machte, sind wir auf einen kleinen Nebentempel direkt daneben ausgewichen, den Kôgenji. Keine schlechte Entscheidung.

Bevor wir aber dort ankamen, machten wir noch Bekanntschaft mit einer etwas skurrilen Figurenversammlung.

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Arashiyama, Bambuswälder-15 #41
Arashiyama, Bambuswälder-13 #40

Kogenji 弘源寺

Der Kogenji begrüßt den Besucher mit einem kleinen Garten, bevor man in das Tempelgebäude geht, wo man mehrere Malereien besichtigen und sich den Steingarten (枯山水 karesansui) ansehen kann. Außerdem kann man sich eine Tasse Matcha genehmigen.

Eine Besonderheit des Tempels sind die Katana-Schnittests in den Holzsäulen aus dem Jahre 1864, als sich eine Gruppe von Samurai vorbereitete, den Kaiser im Zuge der Meiji-Restauration in die heutige Präfektur Yamaguchi zu bringen, um den Kaiser vom Shogunat zu trennen.

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Für 500 Yen (+500 Yen für Matcha) bekommt man damit einen kleinen, aber feinen Tempel zu sehen, sollte man spontan keine Lust auf einen überfüllten Tenryûji haben.

Alle Bilder

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Alle Bilder vom Kogenji auf Flickr

Video

http://youtu.be/zOjeeQ-LMrE

Oktober 10th, 2011|Categories: Japanischer Tee|Tags: , , , |0 Comments

Fußnoten   [ + ]

1. Kiyomizuyaki: 清水焼
2. Ikai: いかい壺屋工房 ikai tsuboya kōbō