Perschiedenes

Pers(önliches, Vers)chiedenes 2010#2

So, Halbzeit. Ich habe nur noch knapp einen Monat in Japan. Zeit für eine neue Runde von Perschiedenes!

In letzter Zeit haben wir stark von Sightseeing auf Freizeit umgestellt, also jede Menge tsurezure 徒然. Dabei haben wir fleißig Tee-Cafés besucht, mehrere Runden Billiard im RoundOne und allgemein die Kawaramachi-Straße unsicher gemacht.

Iemon-Café

Mein Lieblings-Tee-Café ist bisher der Iemon-Salon. Neben ein paar neuen Bildern habe ich mir auch nun endlich das Iemon-Salon-Geschirrset gegönnt mit insgesamt zwei Teetassen (湯のみ). Der Namen des Sets wird mit einem Kanji geschrieben, was jetzt zu meinen Favoriten gehört: shizuku 雫.

Iemon, am Tresen

Iemon-Set Shizuku
Kyusu (Kännchen), zwei Oyunomi (Tassen) und Abkühlbehälter für Wasser

Zu pink…

In der westlichen Nebenstraße der Shinkyôgoku (新京極) habe ich das wohl vermutlich hässlichste Gebäude Kyotos entdeckt. Irgendein Kleidergeschäft. Was die Sache noch witziger macht: genau daneben ist das Ninja-Café! Leider nicht auf dem Bild zu sehen…

Unerwünschte Begegnungen

Man hört ja immer mal wieder von Rieseninsekten in Japan. Diese dann im eigenen Zimmer zu finden ist weniger reizend. So erging es auch mir, als ich unschuldig im Bett lag und plötzlich einen halben Meter neben mir eine Spinne von erheblichen Ausmaß sah – und ziemlich gefährlich aussah, man weiß in Japan ja nie ob sowas giftig ist. Die Größe entsprach etwa einer ausgestreckten Hand und die Füße waren mehr als Streichholzdick. Um Nerven zu schonen, verzichte ich auf eine direktes Bild hier, sondern verlinke nur. Wer mutig genug ist, bitteschön: Tote Spinne.

Dass es in Japan auch richtig tolle Insekten gibt, beweisen die Suzumushi (鈴虫), auf Deutsch Glöckchenzikaden. Ein Terrarium voll habe ich von der Großmutter meiner Freundin bekommen, die Suzumushi züchtet. Mehr dazu schreibe ich aber in einem separaten Artikel.

September 5th, 2010|Categories: Alles, In Japan, Japanaufenthalt 2010, Kansai, Kultur, Kyoto, Sonstiges, Tee, Tierwelt|Tags: , , , |0 Comments

Pers(önliches, Vers)chiedenes 2010#1

Seit etwas mehr als drei Wochen bin ich wieder in Japan und habe sogar schon eine ganze Reise hinter mir.

Letztes Jahr war ich ein halbes Jahr hier und Japan war bis zum letzten Tag etwas fremdartig für mich, auch wenn ich mich sehr wohl gefühlt habe. Dieses Gefühl der Fremde habe ich diesmal überhaupt nicht, mir kommt alles gleichzeitig neu und doch vertraut vor. Klar, Kanji sind nach wie vor ein Graus, aber vielen Standard-Situation (Einkaufen, Ansagen in Bus und Bahn etc.) gegenüber bin ich nun viel besser gewappnet und kann besser damit umgehen. Natürlich hilft es auch, in Form einer Freundin eine Person vor Ort zu haben, die mit dem ganzen Wahnsinn aufgewachsen ist. Ich bin quasi fürs Sightseeing zuständig (“Ich will das sehen, und dies,…!” etc.), sie fürs Verstehen und Erklären (“Wenn wir das so und so machen, sparen wir XY Yen. Und wusstest du, dass historische Persönlichkeit AF hier LA getan hat?” etc.).

Derzeit kommt es mir so vor, als ob Kyoto von spanisch (oder portugiesisch) sprechenden Touristen überschwemmt wird. Auf 20 spanische Touristen kommt vielleicht ein englischsprachiges Pärchen. Vor drei Tagen ist mir dann der Super-GAU im Bus passiert: vier spanische Touristen, drei davon weiblich und diese allesamt in Yukata. Das war wirklich kein schöner Anblick.

Das Wetter ist ziemlich wechselhaft. In letzter Zeit hat es zwar oft geregnet, aber das brachte keine Abkühlung. Zwischen Regentagen liegen dann die berüchtigten, extrem heißen Sommertage, in denen man am besten gar nicht rausgehen sollte (oder acht Liter Wasser vom Nashinoki-Schrein nach Gion schleppen).

Meine jetzige Wohnung ist genial, aber super teuer (80 000 Yen).  Mein Geldbeutel ist daher wirklich erleichtert, dass ich am 27. August umziehe. Dann werde ich mit einem deutschen Freund ein kleines Haus nördlich der Gojo-Straße Gion (五条祇園) teilen und zahle dann nur noch 30 000 Yen im Monat. Diesen Monat ist mir auch wieder klar geworden, wie teuer Japan sein kann, wenn man nicht genau aufpasst. Die einwöchige Reise war sehr teuer, weil wir viele Stationen hatten – Gesamtkosten schätze ich auf etwa 80 000 bis 100 000 Yen. Für Kyoto habe ich mir eine Monatskarte für den Bus gekauft, auch wieder 9200 Yen weniger. Die täglichen Kosten schwanken ziemlich: von fast gar nichts (600 Yen für ein Essen) bis 5000 oder 10 000 Yen (Ausflug mit tollen Sachen zum kaufen, zum Beispiel Stadt Uji) ist alles drin. Pro Tempel muss man auch mit mindestens 500 Yen (Eintritt) rechnen, mit Mamori dann entsprechend mehr oder wenn der Tempel eine besondere Halle oder mehrere Gärten hat (zusätzlicher Eintritt, gierige Buddhisten!).

Die effektivste Methode, nervende Japaner loszuwerden ist nach wie vor, auf japanisch zu antworten. Dann können sie ihr “Englisch” nicht üben und verlieren ganz schnell ihr Interesse.

August 20th, 2010|Categories: Alles, In Japan, Japanaufenthalt 2010, Kansai, Kyoto|Tags: , , |0 Comments